Aktionsplan und Indumap: Über das Projekt

Systematische Aktionspläne für die Erhaltung von Industriedenkmalen (allgemeiner oder fallbezogen) existieren bisher nicht: Deshalb soll hier anhand von Beispielen eine allgemeine Methodik für die Erhaltung von Industriedenkmalen erarbeitet und online als Handbuch  zur Verfügung gestellt werden. Wir haben das Handbuch indumap ( indumap = industrial monument action planning) genannt.

Hier werden Erfahrungen und Lösungen zusammengetragen und musterhaft aufbereitet. Experten verschiedener Disziplinen wurden an einen Tisch geholt, weil die Aufgabe stets eine Kooperation unterschiedlicher Fachdiszipline erfordert. Die jeweils beteiligten Fachleute variieren dabei natürlich je nach Aufgabe.

Um das umfangreiche Thema klar eingrenzen zu können, beschränkt sich indumap auf:

  • freibewitterte Anlage (z.B. Kokereien, Hochofenanlagen),
  • Industriegebäude, insbesondere Stahlfachwerkkonstruktionen und
  • große, bauverbundene, weitgehend immobile Maschinen- und Anlagenteile, nur teilweise unter Dach.

Der Denkmal- und Ensemble-Charakter, d.h. die Einheit von Ort (sozialer Kontext) , Bauwerk und Ausstattung, ist für indumap Grundlage. Wir gehen davon aus, dass die Herstellungs- und Gebrauchsphase und die darauf folgende Stilllegungsphase aussagefähige Spuren hinterlassen haben, die grundsätzlich alle erhaltenswert sind. Die meisten Anlagen sind allerdings durch unterbliebene Wartung vor Ende der regulären Nutzung (Stilllegung) sowie durch Verwahrlosung (auch Vandalismus) in der Folgezeit stark beschädigt, so dass auf dieser Spurenebene am ehesten eingegriffen werden kann.

Als Beispiele dienen Hochofenanlagen wie die Henrichshütte in Hattingen oder die ehemaligen Hochofenwerk Meiderich  und Weltkulturerbe Völklinger Hütte sowie Bergwerke wie die Zeche Zollern 2/4 oder die Zeche Hannover sowie die Kokereien Hansa und Zollverein. Darüber hinaus können aber auch Erfahrungen mit großen Verkehrsbauten wie z.B. dem Schiffshebewerk in Henrichenburg genutzt werden.  Allen gemeinsam ist die breite Palette unterschiedlicher Fragen.
 

Die Erfahrungen sollen durch indumap nutzbar gemacht und Entscheidungshilfen angeboten werden. Denn fast immer gibt es verschiedene Lösungswege und deshalb sind bewusste Entscheidungen erforderlich. indumap soll Einschätzungen und damit eine größere Sicherheit bei der Wahl von konkreten Maßnahmen ermöglichen durch:

  • Klarstellung der notwendigen Abfolge der (Planungs)maßnahmen bei sehr ausgedehnten Industriedenkmalen;
  • dadurch Priorisierung von bestimmten Anlagenteilen; 
  • Definition von abgestuften Erhaltungs-, Konservierungs-, Restaurierungs- und ggf. Reaktivierungszielen;
  • Berechnung von Aufwand und Kosten bei vorgegebenem Budget.

Das Vorhaben wurde  2009 - 2012 durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt gefördert. Die Federführung des Projektes hatte das DBM, Kooperationspartner sind das LWL-Industriemuseum, die Stiftung Zollverein u.a.

Indumap ist die Fortsetzung des Aktionsplans durch das Projektteam von Prof. Dr. Stefan Brüggerhoff (DBM), Kornelius Götz M.A. (Büro für Restaurierungsberatung) und Dipl.-Ing. Norbert Tempel (LWL-Industriemuseum).