Folgekosten

Autoren: 

Susanne Meyer

Enthusiasmus ist Voraussetzung - erst muss das Denkmal gerettet sein, dann sehen wir weiter. Enthusiasten dürfen nicht zu sehr an das ‚weiter‘ denken, sonst wäre insbesondere unser baukulturelles Erbe nicht so reichhaltig.

Dennoch: Ein Blick ins ‚weiter‘ kann Nerven sparen. Es gilt, einige Fragen durchzuspielen. Sie haben zunächst noch wenig mit konkreten Zahlen und Summen zu tun.

Die Fragen sind übergreifend und zielen bereits auf ein späteres, gutes Management. Die Initiatoren eines Projektes sollten sich fragen:

  1. Wer ist heute Besitzer / Träger und wer könnte es künftig sein?
  2. Welche Lücke entsteht, wenn das Objekt doch noch abgerissen wird oder langsam verfällt? Wozu braucht die Welt dieses Denkmal?
  3. Welche Prioritäten müssen gesetzt werden? Was ist unser Wertmaßstab für künftigen Erfolg?
  4. Was sind unsere Ressourcen?
  5. Wer beschreibt und bebildert []Ausdruck] das Denkmal für Publikation / Internet / Pressemitteilungen so, dass damit für den ersten Schritt Mittel eingeworben werden können?
  6. Wie kann es genutzt werden? Ist eine Zwischennutzung sinnvoll?
  7. Soll es ein bescheidenes Projekt bleiben oder eine ‚ganz große Nummer‘ werden? 

Die Antworten auf diese Fragen kann man in kürzeren Abständen wieder hervor holen und überprüfen. Sie werden dann immer präziser.

Damit werden diejenigen Bereiche einbezogen, deren Klärung untrennbar mit der Schätzung der Folgekosten zusammen gehören. Es sind die Fragen der

Mit den drei Bereichen der Nachnutzung, der Trägerschaft und der Folgekosten ist man bereits bei der künftigen Wirtschaftlichkeit des Projektes angelangt ist.

Wirtschaftlichkeit wird hier nicht nur als reines Zahlenwerk verstanden, sondern beinhaltet auch die Fragen nach der künftigen Betriebsstruktur sowie nach Aufwand und Wirkung in der Betreibung des Objektes. Dies gilt auch, wenn keine finanzielle Gewinnabsicht oder Gewinnmöglichkeit besteht.

Die Antworten auf die 7 Fragen schaffen eine Basis, um eine erste überschlägige Folgekostenschätzung vorzunehmen. Es soll so sein, dass im Ergebnis die Höhe der zu erwartenden Folgekosten über die Frage der Nutzung (mit) entscheidet. Stehen mehrere Nutzungsmodelle zur Diskussion, ist eine modellhafte Kostenschätzung für alle Nutzungsarten sinnvoll. Im Folgenden werden Checklisten angeboten zur Bearbeitung, die im Einzelfall angepasst werden müssen.

Da die Modellhaushalte in die Zukunft gerechnet werden, sind für ein festzulegendes Stichjahr jeweils einzubeziehen: 

  • bei kleineren Anschaffungen zu erwartende allgemeine Teuerungsrate;
  • Löhne, Gehälter und Werkverträge in Anlehnung an die geltenden Tarifverträge berechnen und ebenfalls anpassen;
  • die Teuerungsraten bei den Energiekosten höher ansetzen, zum Beispiel bei Energie in drei Jahren bis zu 30 %, hier im Einzelfall prüfen;
  • Unterhaltung technischer Anlagen: Hier ist bei öffentlicher Nutzung ein Aufschlag für Vandalismusschäden einzurechnen;
  • bei Vermietung ortsübliche Mieten und Chancen auf Vermietung einbeziehen (evtl. Leerstand);
  • prüfen, wo Fremdvergabe sinnvoll sein kann, z.B. Reinigung, Außenanlagen, Kasse, Shop, Führungen etc..

Weiterhin sind einzubeziehen die denkmalgerechten Pflegemaßnahmen.