Zustandsuntersuchungen an Bauwerken - Beispiele zur Einführung in die Prinzipien von minimal- und nicht-invasiven Untersuchungsmethoden

Autoren: 

Julia Baak

Nicht- oder minimal-invasive Methoden

Mittels sogenannter „zerstörungsfreier“ Werkstoffprüfung können Werkstücke und Bauteile ohne Funktionalitätsverlust hinsichtlich verschiedener Eigenschaften geprüft werden. Minimal- oder nicht-invasive, weitgehend zerstörungsfreie Untersuchungsmethoden haben also gegenüber den zerstörenden Methoden den Vorteil, dass mit ihnen Informationen über einen Werkstoff gewonnen werden können, ohne diese „Prüflinge“ dabei zu zerstören. Bei Untersuchungen dieser Art bleibt demnach die Funktion, die Betriebsfähigkeit und auch die bei Industriedenkmalen wichtige Optik der geprüften Objekte unbeeinträchtigt.

Einige dieser Methoden lassen sich zudem auch an Ort und Stelle anwenden und bieten somit gegenüber stationären Untersuchungsmethoden einen enormen Zeitvorteil. Die Ergebnisse sind in Protokollen festzuhalten, die den genauen Ort der Beprobung, Proben-Nummer, Datum und Namen des Durchführenden enthalten müssen. Menge und Verteilung der Untersuchungen am Objekt sind sorgfältig zu planen, um zu repräsentativen Ergebnissen zu gelangen.

Invasive Methoden

Einige Erkenntnisse können nur mit invasiven Methoden gewonnen werden, wie z.B. mit der Entnahme von größeren Werkstoffproben zwecks Ermittlung von Werkstoffprüfungen (z.B. Zugversuche oder die in der Metallografie oftmals Anwendung findenden Querschliffe, Ermittlung der Schweißbarkeit u.ä.). Derartige Eingriffe am Industriedenkmal sind so zurückhaltend wie irgend möglich einzusetzen und an möglichst weniger sichtbaren Bereichen durchzuführen.